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Festpreis-Angebot schreiben: Aufbau, Beispiel und typische Fehler

Kurz gesagt: Ein Festpreisangebot nennt einen festen Gesamtbetrag für klar beschriebene Leistungen. Es braucht eine genaue Leistungsliste, eine Liste der Ausschlüsse, Termine, eine Gültigkeitsdauer und Zahlungsbedingungen. Je genauer der Umfang, desto weniger Streit gibt es später über Extras.

Warum der Umfang wichtiger ist als der Preis

Bei einem Festpreis trägst du das Risiko, wenn die Arbeit länger dauert als gedacht. Deshalb ist die Beschreibung der Leistung wichtiger als die Zahl am Ende. Schreibe nicht Webseite erstellen, sondern: fünf Unterseiten, ein Kontaktformular, Texte liefert der Kunde, eine Korrekturrunde. Wer so konkret schreibt, kann später ruhig sagen, was im Angebot stand und was nicht.

Ein guter Test: Lege das Angebot einer fremden Person vor und frage, was diese Person dafür erwarten würde. Passt die Antwort zu deiner Vorstellung, ist das Angebot klar genug. Nutze Zahlen, Stückzahlen und Formate statt Adjektiven wie umfassend oder professionell. Adjektive lassen sich dehnen, Zahlen nicht.

Ausschlüsse sind der Schutz für dich

Eine eigene Zeile für das, was nicht enthalten ist, spart die meisten Diskussionen. Typische Beispiele: Anfahrtswege über einen bestimmten Radius, Material, das der Kunde bereitstellt, zusätzliche Korrekturschleifen, Arbeiten außerhalb der normalen Zeiten, Lizenzen und Gebühren Dritter. Schreibe das als Liste, damit man es nicht überliest.

Dazu gehört auch ein Satz, wie Zusatzwünsche behandelt werden: Wünsche außerhalb dieser Liste werden vorab abgestimmt und gesondert angeboten. Das klingt nüchtern, ist aber für beide Seiten fair, weil der Kunde vor der Arbeit erfährt, was Extras kosten, statt hinterher überrascht zu werden.

Termine, Gültigkeit und Zahlung

Nenne einen Starttermin oder einen Zeitraum und sage, was der Kunde bis wann liefern muss. Verzögert sich seine Zuarbeit, verschiebt sich dein Termin, und das sollte im Angebot stehen. Ohne diesen Satz bleibt der Fertigstellungstermin bei dir hängen, auch wenn die Verzögerung nicht von dir kam.

Die Gültigkeit begrenzt, wie lange du an den Preis gebunden bist, zum Beispiel vier Wochen. Das schützt dich vor steigenden Einkaufspreisen. Bei Zahlung kannst du eine Anzahlung und Restzahlung nach Abnahme festlegen. Gib immer an, ob der Betrag Umsatzsteuer enthält; falls du Kleinunternehmer bist, gehört ein entsprechender Hinweis dazu. Bei Unsicherheit zu steuerlichen Fragen hilft eine Fachstelle, das hier ist keine Beratung.

Typische Fehler, die später Geld kosten

Der erste Fehler ist ein Festpreis ohne Aufwandsschätzung. Rechne deine Stunden ehrlich durch und addiere einen Puffer für Rückfragen, Abstimmungen und Korrekturen. Der zweite Fehler ist ein Angebot, das nur im Kopf klar ist. Schreibe es auf, auch bei kleinen Aufträgen und auch bei Bekannten.

Der dritte Fehler: keine Annahmefrist und kein Annahmeweg. Sage, wie der Kunde zusagt, per Unterschrift oder Antwortmail, und lege das Angebot als PDF bei. Ein Wort noch zur Vorlage: Eine fertige Word-Datei mit Feldern spart das Neuformulieren, ersetzt aber nicht das Nachdenken über deinen Umfang.

Beispiel: Garten-Neuanlage

Jonas bietet an, einen kleinen Vorgarten neu zu gestalten. Leistungen: Fläche von zwanzig Quadratmetern abräumen, Unkrautvlies verlegen, vier Sträucher pflanzen, Rindenmulch aufbringen. Ausschlüsse: Entsorgung großer Wurzeln, Zaunarbeiten, Pflanzen über Standardgröße. Termin: Arbeitsbeginn in der dritten Woche nach Zusage, Dauer zwei Tage, abhängig von trockenem Wetter. Gültigkeit: vier Wochen. Zahlung: ein Drittel bei Auftrag, der Rest nach Abnahme. Weil der Kunde später doch zwei weitere Sträucher möchte, verweist Jonas auf die Zusatzregel, nennt den Preis pro Strauch und erhält die Zusage per Mail. Kein Streit, keine Überraschung.

Checkliste zum Abhaken

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Festpreis und Aufwandsabrechnung?

Beim Festpreis steht der Betrag vorher fest, unabhängig von der tatsächlichen Dauer. Bei Aufwandsabrechnung zahlt der Kunde Stunden oder Material nach Verbrauch. Der Festpreis gibt Planungssicherheit, verlangt aber genaue Kalkulation.

Kann ich einen Festpreis nachträglich erhöhen?

Grundsätzlich ist ein angenommenes Angebot verbindlich. Änderungen sind nur möglich, wenn beide zustimmen oder der Auftrag erweitert wird. Deshalb sind klare Ausschlüsse und eine Zusatzregel so wichtig.

Muss ich eine Anzahlung verlangen?

Pflicht ist das nicht. Bei größeren Aufträgen oder Materialeinkauf ist eine Teilzahlung vor Beginn üblich und schützt dich vor Vorleistungen. Schreib den Betrag und den Zeitpunkt ins Angebot.

Wie lange sollte ein Angebot gültig sein?

Meist zwei bis vier Wochen. Je stärker sich deine Einkaufspreise ändern können, desto kürzer sollte die Frist sein. Nach Ablauf kannst du neu kalkulieren, ohne dein altes Angebot zu verletzen.

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Stand: November 2026